4-Tage-Benzinpreis-Prognose

benzinpreis.de Prognose, ausgegeben am Freitag, dem 13.03. um 09:15 Uhr

Die Spritpreise stehen in einem Spannungsfeld zwischen kurzfristigem Aufwärtsdruck durch steigende Ölpreise und mittelfristigem Senkungspotenzial durch überhöhte Margen der Mineralölkonzerne.

Freitag, 13. März 2025

Die Preise bleiben stabil. Der Freitag zeigt historisch ein leicht erhöhtes Preisniveau von etwa 0,2 Cent über dem Wochenschnitt. Das steigende 7-Tage-Momentum mit rund 0,6 Cent pro Tag wirkt preistreibend, wird aber durch die hohe Konzernmarge gedämpft.

Samstag, 14. März 2025

Ebenfalls stabile Preise. Der Samstag ist traditionell etwas günstiger als der Wochendurchschnitt, etwa 0,2 Cent unter dem Mittel. Die gegenläufigen Faktoren halten sich weitgehend die Waage.

Sonntag, 15. März 2025

Leicht fallende Preise erwartet. Der Sonntag ist mit durchschnittlich 0,9 Cent unter dem Wochenmittel der günstigste Tag. Dieser starke Wochentagseffekt überwiegt das aufwärts gerichtete Momentum deutlich.

Montag, 16. März 2025

Rückkehr zu stabilen Preisen. Der Montag liegt mit etwa 0,1 Cent nur knapp über dem Wochenschnitt, sodass keine nennenswerte Veränderung zu erwarten ist.

Zur aktuellen Situation: In keinem Bundesland sind derzeit Schulferien, Feiertage oder Brückentage, sodass kalenderbedingte Nachfrageeffekte ausbleiben.

Ölpreisentwicklung und Preismomentum

Der Rohölpreis ist innerhalb von 24 Stunden um 3,2 Prozent gestiegen, innerhalb von 48 Stunden sogar um 3,8 Prozent. Solche Anstiege werden erfahrungsgemäß sehr schnell, meist innerhalb eines Tages, an die Zapfsäulen weitergegeben. Das anhaltende Aufwärtsmomentum von etwa 0,6 Cent pro Tag bei Super E5 und E10 sowie 0,2 Cent bei Diesel zeigt, dass sich die Preise seit einer Woche im Aufwärtstrend befinden.

Rohüberschuss und Konzernmargen

Besonders aufschlussreich ist die Rohüberschussanalyse. Der Rohüberschuss beschreibt die Differenz zwischen dem Nettoverkaufspreis, also dem Bruttopreis geteilt durch 1,19, abzüglich der Energiesteuer von 65,45 Cent pro Liter und abzüglich der Rohölkosten. Dieser Wert liegt aktuell bei 56,8 Cent pro Liter und damit 3,8 Cent über dem Vier-Wochen-Durchschnitt von 53,0 Cent. Das bedeutet, dass die Marge der Mineralölkonzerne derzeit untypisch hoch ist. Historisch führt eine solche Situation dazu, dass innerhalb von etwa 14 Tagen eine Preiskorrektur nach unten erfolgt. Dieser mittelfristige Senkungsdruck bremst aktuell die preissteigernden Faktoren und erklärt, warum die Gesamtbewertung für die kommenden Tage überwiegend stabil ausfällt.

Das Berechnungsmodell

Zur Komplexität des Prognosemodells: Die Vorhersage kombiniert mehrere unabhängige Datenquellen und Analysemethoden. Die Wochentags-Muster werden aus den letzten vier Wochen berechnet und auf einen gleitenden Sieben-Tage-Durchschnitt normiert, um langfristige Preistrends herauszurechnen. Kalendereffekte wie Feiertage, Ferien und Brückentage werden bevölkerungsgewichtet über alle 16 Bundesländer ausgewertet und basieren auf zwei Jahren historischer Daten. Das Ölpreismodell berücksichtigt die asymmetrische Preisanpassung: Anstiege werden sofort weitergegeben, Senkungen verteilen sich über etwa sieben Tage. Die Margenanalyse beruht auf einem 29-Tage-Vergleich und unterscheidet zwischen schnellem Erhöhungsdruck bei niedriger Marge und verzögertem Senkungsdruck bei hoher Marge. Alle diese Faktoren werden zu einem Gesamtwert zusammengeführt, der zwischen minus drei und plus drei liegt und die wahrscheinliche Preisentwicklung abbildet.