4-Tage-Benzinpreis-Prognose

4-Tage-Prognose per E-Mail

benzinpreis.de Prognose, ausgegeben am Mittwoch, dem 29.04. um 17:40 Uhr

Die Spritpreise stehen vor einer bewegten Woche mit einem kräftigen Ölpreisanstieg und einer historischen Steuersenkung zum 1. Mai 2026.

Mittwoch, 29. April 2026

Leicht steigend. Der Rohölpreis ist innerhalb von 24 Stunden um 5,6 Prozent gestiegen. Dieser Anstieg wird von den Tankstellen erfahrungsgemäß sofort weitergegeben, sodass heute mit höheren Preisen zu rechnen ist. Das 7-Tage-Momentum zeigt ebenfalls nach oben mit einem Plus von rund 0,4 Cent pro Tag.

Donnerstag, 30. April 2026

Stabil. Die Auswirkungen des Ölpreisanstiegs klingen langsam ab, während der Wochentags-Effekt des Donnerstags traditionell etwas dämpfend wirkt. Da der 1. Mai am Folgetag ein bundesweiter Feiertag ist, könnte es am Vorabend zu erhöhter Tanknachfrage kommen.

Freitag, 1. Mai 2026

Stabil mit gesetzlicher Preissenkung. Am 1. Mai 2026 ist bundesweiter Feiertag, der 100 Prozent der Bevölkerung betrifft. Gleichzeitig tritt an diesem Tag eine gesetzliche Senkung der staatlichen Abgaben um 16,7 Cent pro Liter brutto in Kraft. Erfahrungsgemäß geben Tankstellen Preissenkungen jedoch nur verzögert und unvollständig weiter. Dieses Phänomen wird als Rockets-and-Feathers-Effekt bezeichnet: Preiserhöhungen werden wie Raketen sofort weitergegeben, Senkungen hingegen sinken langsam wie Federn. Für den 1. Mai 2026 ist daher zu erwarten, dass nur etwa 50 Prozent der Senkung tatsächlich beim Verbraucher ankommen, was einer effektiven Preissenkung von etwa 8,4 Cent pro Liter brutto entspricht. Der Feiertag selbst sorgt typischerweise für leicht erhöhte Preise durch Reiseverkehr.

Samstag, 2. Mai 2026

Leicht fallend. Die Weitergabe der Steuersenkung setzt sich fort. Am zweiten Tag werden voraussichtlich bereits 85 Prozent der gesetzlichen Senkung an die Kunden weitergegeben, was einer effektiven Ersparnis von etwa 14,2 Cent pro Liter brutto entspricht. Damit verbleiben noch rund 2,5 Cent pro Liter als Mehrgewinn bei den Anbietern.

Im Prognosezeitraum liegt mit dem 1. Mai 2026 ein bundesweiter Feiertag, der den Tag der Arbeit markiert. An Feiertagen steigt typischerweise die Nachfrage durch Ausflugsverkehr und Kurzreisen, was historisch betrachtet zu einem Preisaufschlag von durchschnittlich 0,3 Cent pro Liter führt. Da dieser Feiertag auf einen Freitag fällt, entsteht ein verlängertes Wochenende, das zusätzlichen Reiseverkehr generiert.

Rohüberschussanalyse

Die Rohüberschussanalyse zeigt aktuell ein angespanntes Bild. Die Marge der Mineralölkonzerne liegt mit 40,1 Cent pro Liter unter dem 4-Wochen-Durchschnitt von 41,3 Cent pro Liter. Besonders bei Diesel ist die Situation deutlich: Hier beträgt die aktuelle Marge nur 59,2 Cent pro Liter gegenüber dem Durchschnitt von 66,6 Cent pro Liter. Diese niedrige Margensituation bedeutet, dass die Konzerne unter Druck stehen und normalerweise zeitnahe Preiserhöhungen vornehmen würden. Die bevorstehende Steuersenkung wirkt diesem Impuls jedoch entgegen. Bei Super E5 und E10 bewegt sich die Marge im normalen Bereich.

Das Berechnungsmodell

Das Berechnungsmodell für diese Prognose berücksichtigt eine Vielzahl von Einflussfaktoren, die jeweils unterschiedliche Zeithorizonte und Wirkungsmechanismen abbilden. Der Wochentags-Effekt basiert auf exponentiell gewichteten Daten aus 13 Jahren mit einer Halbwertszeit von 45 Tagen, sodass aktuelle Muster stärker einfließen als historische. Die Ölpreiskomponente verwendet ein asymmetrisches Weitergabemodell, bei dem Preiserhöhungen mit einer Halbwertszeit von etwa 3 Tagen durchschlagen, während Senkungen rund 4,7 Tage benötigen. Kalendereffekte werden aus den letzten zwei Jahren ermittelt und nach Bevölkerungsanteilen der Bundesländer gewichtet. Das Momentum erfasst den kurzfristigen 7-Tage-Trend, während der Makrotrend die mittelfristige 28-Tage-Entwicklung abbildet. Besonders hervorzuheben ist die aktuelle Volatilitätssituation: Mit einer durchschnittlichen Tagesspanne von 13,1 Cent pro Liter liegt der Markt deutlich über dem üblichen Niveau von 10,8 Cent, was auf eine Umbruchphase hindeutet und die Prognosegenauigkeit einschränkt. Alle Komponenten werden zu einem Gesamtwert zusammengeführt, der die wahrscheinliche Preisrichtung anzeigt.